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18. März 2021

Von Batterien, Tee und Mausefallen, Elefantenhaut – und Einbandmaterial

Der Name Schabert stand nicht von Anfang an für Einbandmaterial. Eigentlich war dieser Produktzweig eher eine Randerscheinung – am Anfang!

Handelsvertretung von Textil- und Kolonialwaren

Die Firma Gebr. Schabert, die 1946 in Bamberg gegründet wurde, hatte bereits eine über 25jährige Vorgeschichte. 1919 baute Harry Lambert, Onkel von Robert und Eduard Schabert, in Riga eine Handelsvertretung in der Kolonial- und Textilwarenbranche auf. Man vertrieb eine breite Palette an Produkten: von Batterien und Elektrozubehör über Schmuck, Nahrungsmittel wie Tee, Nüsse und Früchte, Textilien wie Teppiche, Tapeten, Seide, Möbelstoffe, Brillen, Gläser und Lupen, Porzellan, Töpfe, Emaille- und Tonwaren, Messer, Metallwaren, Möbelschlösser… aber auch Leder und Kunstleder, Wachstuch und Papiere. So bestanden schon damals vielfältige Kontakte zu Werken in Deutschland, auf die man später zählen konnte.

Beim Neustart in Bamberg knüpften die Brüder Schabert so zunächst an das bekannte Produktprogramm an und verkauften Lederwaren, Schuhcreme, Zündhölzer, Bestecke, Kaffeeflaschen, Lampen, Waagen, Mausefallen, Wäscheklammern, Liegestühle, … und Einbandstoffe und Überzugspapiere.

Wie kommt man dazu, Bucheinbandmaterial zu verkaufen?

Auf diese Frage antwortete Friedrich Schabert im Januar 1973: „Der entscheidende Anstoß dafür, dass wir anfingen, Bucheinbandmaterial zu forcieren, war eine Sendung Kunstleder, die ein Lederwarenfabrikant während des Krieges aus Thüringen hierher verlagert hatte […] und die uns auf etlichen Umwegen zum Verkauf angeboten wurde. Damit fingen wir dann an, die ersten Besuche in Nürnberg zu machen und dort Buchbinder zu besuchen. Und der dann entscheidende Impuls passierte zu dem Zeitpunkt, als wir uns an die Verlage wandten und dort allmählich anfingen, Kontakte zu suchen.“ Mit der Übernahme der Alleinvertretung für Balacuir (später Balacron) in Süddeutschland 1960 wurden die entscheidenden Weichen für den Großhandel mit Bucheinbandmaterial gestellt.

Schabert etablierte nach und nach zwei Geschäftsbereiche: den Großhandel mit Bucheinbandmaterial und verwandten Artikeln und die „Abteilung der Handelsvertretungen, wo jetzt der technische Bereich dominierend ist, während die Bedeutung der Haushaltsartikel (ehemals der Ast, auf dem wir saßen) stark abgefallen ist.“ Unter den Haushaltsartikeln war die Vertretung für Vileda am bedeutsamsten. Sie endete 1966.

Die Sache mit der Elefantenhaut

So breit gefächert das Produktprogramm auch einmal war: mit echter Elefantenhaut hat Schabert natürlich nie gehandelt. Elefantenhaut, das Papier mit der typischen Äderung findet sich seit den 50er Jahren im Sortiment, in den 60er Jahren schon mit einer kleinen Kollektion. Seinen Namen verdankt das Papier vermutlich der Tatsache, dass es eine so dichte und robuste Struktur aufweist und eine kratz- und scheuerfeste, sowie abwaschbare Oberfläche besitzt. Als Bucheinbandmaterial, aber auch für Urkunden oder Speisekarten, ist es schon lange unter diesem Namen bekannt.

Dennoch erhielt Schabert – Händler und nicht Hersteller – böse Briefe, in denen sich Kunden echauffierten, wie man es wagen könne, mit einer bedrohten Tierart zu handeln. Höflichst wurden diese Briefe dann beantwortet und das Missverständnis aufgeklärt.

Großhändler für Einbandmaterial

Die letzte verbliebene Handelsvertretung für PENTAC (Polymere für Spritzgussanlagen) wurde 2004 freundschaftlich beendet.

Seitdem konzentriert sich Schabert auf seine über die Jahre gewonnene Kernkompetenz und ist voll und ganz: Einbandmaterial-Händler.

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